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Für Ärzte: Diabetes mellitus Typ 1
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(Udo Meinhardt)
Diagnose Ein Diabetes mellitus Typ I wird beim gleichzeitigen Bestehen verschiedener Kriterien diagnostiziert:
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Ein Blutzuckerwert (BZ), der irgendwann gemessen über 11 mmol/l liegt. Oder Nüchtern BZ > 6.9 mmol/l an zwei unterschiedlichen Tagen mit oder ohne gleichzeitig bestehende Ketoazidose als Zeichen des Insulinmangels.
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Typische Symptome: Durst, vermehrte Urinmenge, Dehydratation
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Erniedrigtes Insulin und C-Peptid mit erhöhten Auto-Antikörpern gegen Insulin und / oder Pankreasbestandteile.
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Ziele
Unsere Ziele sind, den Blutzucker im Normbereich zu halten, Hypoglykämien und Spätschäden zu verhindern sowie eine normale biopsychosoziale Entwicklung zu ermöglichen. Die Stoffwechselkontrolle ist sehr gut / gut, wenn das HbA1c unter 6,1% / 7,5% liegt. Der angestrebte BZ vor den Mahlzeiten sollte 3.6 ‒ 6.1 mmol/l sein und 2 – 2.5 Stunden nach dem Essen sollte er unter 9 mmol/l liegen. Realistisch ist es aber eher, einen BZ vor dem Essen von 7 mmol/l und weniger und nach dem Essen von unter 11 mmol/l anzustreben. Der BZ in der Nacht ist für die Langzeiteinstellung besonders wichtig, auch hier sollte ein BZ von 3.6 – 6.1 mmol/l angestrebt werden. BZ unter 3 mmol/l sind zu tief.
Selbstkontrolle
BZ-Messungen: 4 mal täglich jeweils vor den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen. Je nach Situation sollte der BZ 2‒2,5 Stunden nach dem Essen kontrolliert werden, um das korrekte Verhältnis Essen und Essensinsulin zu überprüfen. Auch bei stabiler und guter BZ Einstellung sollte 1 mal pro Monat nachts zwischen 2 und 3 der BZ gemessen werden.
Uringlukose und Azetonurie: Der Zuckernachweis im Urin am Morgen zeigt an, ob in der Nacht der BZ über die so genannte Nierenschwelle (in der Regel um 10 mmol/l) angestiegen ist. Als orientierende Massnahme ist die Urinkontrolle am Morgen hilfreich; zur genaueren Beurteilung des nächtlichen BZ Verlaufes sind dann aber in der Regel BZ Messungen in der Nacht nötig. Bei Krankheitssymptomen wie Fieber und Erbrechen sind die Urinkontrollen insbesondere bei hohem BZ (> 15 mmol/l) sehr wichtig, um eine Azetonurie zu erkennen.
Kontrolle der Ernährung: Regelmäßiges Abwiegen zu Hause erleichtert das Abschätzen auswärts!
Buchführung: Die gemessenen Kontrollwerte die genauen Insulindosen, die Mahlzeiten, Sport, sowie spezielle Ereignisse (Hypoglykämien, Geburtstagsfest, …) sollen im Kontrollheft mit entsprechender tageszeitlicher Angabe dokumentiert werden. Elektronische Hilfsmittel (Computer, Palm etc.) können ebenfalls eingesetzt werden, sind aber nur bei sehr motivierten DiabetikerInnen erfolgreich.
Geräte: Der Speicher im BZ Gerät ersetzt die Buchführung nicht! Es ist aber ganz wichtig, dass Datum und Zeit im Gerät korrekt sind, da in der Sprechstunde die gespeicherten BZ Messungen vom Gerät heruntergeladen werden. Diese elektronische Dokumentation kann den integralen Überblick erleichtern.
Betreuung: Wird von einem Diabetesteam in Zusammenarbeit mit den Grundversorgern durchgeführt. Die Häufigkeit der Kontrollen müssen den individuellen Bedürfnissen angepasst werden; in der Regel sollten sie aber 3-monatlich stattfinden.
Routinekontrollen (ca. 3-monatlich): Zwischenanamnese, vollständiger klinischer Status. Labor: BZ, HbA1c, andere nach Bedarf. Bei bekannter Mikroalbuminurie 12-h-Nachturin.
Jahreskontrolle: Wie Routinekontrolle jedoch nüchtern. Beobachten Kontrolle der BZ- und Injektionstechnik durch Diabetesfachperson. Labor: BZ, HbA1c, Catot, Mg2+, Phosphat, Albumin, Protein, Kreatinin, Lipidstatus, Zöliakiescreening, Schilddrüsenparameter (fT4, TSH). 12-h-Nachturin für Glukosurie und Mikroalbuminurie!
Augenärztliche Kontrolle: In der Regel jährlich. Diese sollten begonnen werden: • Bei Beginn der Diabeteserkrankung vor der Pubertät 5 Jahre nach Krankheitsbeginn, mit 11 Jahren oder mit Einsetzen der Pubertät. • Bei Beginn des Diabetes mellitus nach Einsetzen der Pubertät 2 Jahre nach Krankheitsbeginn.
Mikroalbuminurie Soll spätestens zusammen mit den ophthalmologischen Kontrollen gescreent werden. Falls die nächtliche Albuminausscheidung 2x 15 μg/min (3-monatiger Abstand) überschreitet, muss nach Ausschluss anderer Erkrankungen der Nieren oder der ableitenden Harnwege eine Therapie mit ACE-Hemmern eingeleitet werden (z.B. Irbesartan (Aprovel®) 150 mg täglich).
Hospitalisierungsindikationen Schwere diabetische Ketoazidose, schwere Hypoglykämie mit Neuroglykopenie (Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, Wesensveränderungen, Desorientierung, Ataxie, Dysphagie), die nicht unmittelbar auf die durchgeführte Therapie anspricht.
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