Jürgen Grieser


Dr. phil., Fachpsychologe für Psychotherapie FSP

 

Psychotherapie - Beratung - Coaching - Supervision

 


Institut Wachstum Pubertät Adoleszenz
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Grieser, Jürgen (2004): Triangulierung, Vaterphantasie und Kreativität. Psyche, 58. Jg., Heft 5, S. 412-447


 

Zusammenfassung:

Der Vater und die Sprache haben gemeinsam, daß beide etwas Drittes sind, das die Mutter-Kind-Dyade zu einer Triade erweitert. Mit Hilfe des Vaters und mit Hilfe der Sprache kann die Gebundenheit an die Mutter gelockert und die Beziehung zu ihr reguliert werden. Winnicott beschrieb, wie sich das Kind mit der Erschaffung von ersten Symbolisierungen unabhängig von der Anwesenheit der Mutter macht, darin sah er den Ursprung der Kreativität. Am Beispiel von Sigmund Freud, Franz Kafka und Jean-Paul Sartre wird aufgezeigt, welche zentrale Bedeutung die Vaterphantasien dieser drei mit der Sprache arbeitenden Männer für den kreativen Prozeß hatten, in dem ihr Werk entstand. In unterschiedlichem Maß gelang es ihnen, mit der Konstruktion und Bearbeitung ihrer Vaterimagines Nähe und Distanz zur Mutterimago zu regulieren und sich in der Außenwelt zu positionieren. Das Werk des kreativen Menschen entsteht im Spannungsfeld zwischen Phantasie und äußerer Realität, aus Zerstörung des begrenzenden Alten und Erschaffung von Neuem, und wird zuletzt selber zu etwas objekthaftem Dritten, einem selbst erschaffenen Phallus, der hilft, in der Welt zu bestehen, und vor der Gefahr der Auflösung schützt.

 


 
 
 

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